Vorzeigeprojekt oder finanzielles Abenteuer?

Im Wald zwischen Grafrath und Jesenwang soll eine Wasserstoff-Elektrolyse-Produktion mit einem Windrad entstehen. Betreiber ist die ESB (Energie Südbayern) unter Minderheitsbeteiligung der Gemeinde Grafrath. Der Probebetrieb ist ab Herbst 2027 angedacht.
Das komplexe Energieprojekt wirft insbesondere hinsichtlich Herstellung, Speicherung, Transport und Nutzung des erzeugten Wasserstoffs zahlreiche entscheidende Fragen auf:
- Laut Gutachten wird eine eigenständige Wirtschaftlichkeit der Anlage nicht gegeben sein. Ob Fördermittel des Landes Bayern diese Problematik heilen können, bleibt unklar …
- Inwieweit engagiert sich die Gemeinde finanziell als auch operativ und hat sich für die Risiken hieraus abgesichert? Stichwort Haftungsobergrenze: gibt es eine sogenannte Exit-Strategie/ Ausstiegsoption bei unvorhergesehen Problemen?
- Haftet die ESB als Muttergesellschaft überhaupt für die Betreibergesellschaft, sollte sich der Betrieb als dauerhaftes Zuschussgeschäft herausstellen?
- Wer soll den produzierten Wasserstoff abnehmen? Einspeisung ins vorhandene Gasnetz wird aller Voraussicht nach erst in den 2030iger Jahren umsetzbar; der Vertrieb im Bereich Mobilität mit Blick auf E-Auto-Entwicklung ist sehr fraglich. Reichen die Industrie- und Gewerbekunden im Umfeld?
Als BfG fühlen wir uns verpflichtet, dieses Energieprojekt in allen Phasen der Planung, der Vertragsgestaltung und Umsetzung kritisch zu begleiten! Transparenz und Risikominimierung müssen gegeben sein!

